Eine professionelle Website ist für KMU, Startups und Selbstständige ein essenzieller Erfolgsfaktor, doch der Weg dorthin wirft eine strategische Grundsatzentscheidung auf:
Soll man die Unternehmenswebsite selbst erstellen, einen Homepage-Baukasten nutzen oder externe Profis (Freelancer bzw. Agenturen) beauftragen?
Die Antwort hat weitreichende betriebswirtschaftliche Konsequenzen. Es geht nicht nur um den offensichtlichen Preis für die Erstellung, sondern um versteckte Kosten, Qualität, Markenwirkung und die Auswirkungen auf Kundengewinnung und Umsatz.
Wer ausschließlich auf den einmaligen Angebotspreis schaut, übersieht oft den Total Cost of Ownership (TCO) und entgangene Chancen. In diesem Leitfaden werden die vier gängigen Optionen – (1) Do-it-Yourself (DIY), (2) Homepage-Baukasten, (3) Freelancer, (4) Agentur – systematisch und kritisch aus betriebswirtschaftlicher Sicht analysiert.
Die entscheidende Frage:
Welche Aufgabe soll Ihre Website erfüllen?
Viele Gespräche beginnen mit dem Satz: „Ich brauche eine Website.“
Eine Website kann vieles sein – aber nicht alles gleichzeitig.
Typische Aufgaben:
- Kundengewinnung
- Vertrauensaufbau
- Mitarbeitersuche
- Erklärung komplexer Leistungen
- Prozessvereinfachung
Je klarer diese Aufgabe definiert ist, desto einfacher wird die Wahl der passenden Lösung. Erst danach lassen sich Kosten, Technik, Design und Aufwand sinnvoll bewerten.
Für einen tiefen Einstieg in das Thema „Aufgaben einer Website“ und „Webstrategien im Unternehmen“ lesen Sie die Artikel:
Die fünf gängigsten Wege zur eigenen Website
Website selbst erstellen (Do it Yourself)
Sie als Unternehmer übernehmen den kompletten Webauftritt in Eigenregie. Dies kann bedeuten, mit Open-Source-Tools (z. B. WordPress) oder sogar durch eigenes Programmieren eine Website aufzubauen. Oft ist dies der Weg für technisch versierte Gründer oder aus reiner Budgetnot heraus.
Homepage-Baukasten (Website-Baukastensystem)
Baukastensysteme wie Wix, Jimdo, Squarespace, Weebly & Co. versprechen Laien eine einfache Erstellung schicker Websites per Drag-and-Drop, ohne Programmierung. Diese Option liegt zwischen DIY und professioneller Hilfe: Man macht es selbst, nutzt aber ein fertiges Software-as-a-Service-Tool, das technische Aspekte (Hosting, Systemupdates) abnimmt.
Freelancer (selbstständiger Webdesigner/-entwickler)
Hier beauftragt man einen externen Freiberufler oder ein kleines Webdesign-Studio (oft Ein- oder Zwei-Personen-Betriebe) mit der Erstellung der Website. Der Freelancer übernimmt in Abstimmung mit dem Unternehmer Design und/oder Programmierung, manchmal inkl. Inhalte. Diese Option ist das “Mittelmaß” zwischen Do-it-yourself und großer Agentur: Man kauft professionelle Expertise ein, aber meist kostengünstiger und flexibler als bei Agenturen.
Agentur (professionelle Webagentur)
Die Beauftragung einer Webagentur ist der umfassendste und teuerste Ansatz. Hier kümmert sich ein interdisziplinäres Team von Spezialisten um den Webauftritt: Projektmanager, Konzepter, Designer, Entwickler, SEO-Experten, Texter etc. arbeiten zusammen, um für den Kunden eine optimale Lösung zu erstellen. Agenturen eignen sich besonders für anspruchsvolle Projekte oder Unternehmen, die eine strategische Rundumbetreuung wünschen.
Im Folgenden werden für jede Option Investitionskosten (einmalig & laufend), TCO, Opportunitätskosten, Qualitätsaspekte, Einfluss auf Sichtbarkeit/Kundengewinnung und ROI beleuchtet. Anschließend wird diskutiert, wie Website-Qualität Kennzahlen wie CAC und CLV beeinflusst, wann sich eine frühe Investition in professionelle Markenführung lohnt und wie sich der ROI je nach Unternehmensphase verändert.
Das Ziel ist ein faktenbasierter, strategischer Leitfaden – kein oberflächlicher Baukasten-Ratgeber, sondern eine fundierte Entscheidungshilfe für Unternehmer.
Option 1: Website selbst erstellen (Do it Yourself)
Direkt zur Wirtschaftliche Kurzbewertung
Investitionskosten und laufende Ausgaben
Auf den ersten Blick erscheinen die monetären Kosten einer DIY-Website sehr gering. Eine einfache WordPress-Installation erfordert z.B. nur Hosting (ca. 5–15 € pro Monat) und eine Domain (~1 € pro Monat). Gegebenenfalls kommen einmalige Kosten für ein Premium-Theme oder Plugins hinzu (0–100 € für ein Theme; Plugins ca. 5–10 € pro Monat). Insgesamt kann eine selbst betriebene WordPress-Website also bereits ab ~10–20 € laufend pro Monat betrieben werden.
Diese niedrigen Einmalkosten sind jedoch nur die Spitze des Eisbergs. In der Praxis fallen über die Zeit vielfältige Betriebskosten an: regelmäßige Domain-Verlängerungen, ggf. SSL-Zertifikat (bei vielen Hostern inzwischen inklusive), Ausgaben für Sicherheits-Plugins oder Backups und so weiter. Zudem sollte man Rücklagen für zukünftige Redesigns oder Erweiterungen bilden. Zudem werden viele DIY-Websites werden nach einigen Jahren neu aufgesetzt, was erneut Zeit oder Geld kostet.
Total Cost of Ownership & versteckte Kosten
Der TCO einer selbst erstellten Website wird maßgeblich durch die eigene investierte Zeit geprägt. Ein oft unterschätzter Posten!
Die größte “versteckte” Kostenkomponente sind die Opportunitätskosten: Jede Stunde, die der Unternehmer mit Webdesign, Fehlersuche oder Plugin-Konfiguration verbringt, steht nicht für Kernaufgaben (Kunden, Produktentwicklung, Vertrieb) zur Verfügung. Studien und Erfahrungsberichte zeigen, dass das Initialaufsetzen einer DIY-Website typischerweise 40–80 Stunden in Anspruch nimmt. Eine Aufschlüsselung in einem Beispiel:
- Planung & Recherche: ca. 8–10 Stunden (Bedarfsanalyse, Strukturplanung).
- Tool-Erlernung: 10–15 Stunden (Einarbeitung in WordPress oder Baukastensystem).
- Inhalte erstellen: 15–20 Stunden (Texte schreiben, Bilder auswählen).
- Design & Layout: 10–15 Stunden (Theme anpassen, Layout basteln).
- Testing & Feinschliff: mindestens 5–10 Stunden (Browser/Mobiltests, Fehler beheben).
Summe: ~60 Stunden, die in vielen Fällen benötigt werden – im Optimalfall. Nicht eingerechnet sind potenzielle Probleme, bei denen schnell weitere Abende oder Wochenenden draufgehen. Bewertet man die eigene Arbeitszeit mit z.B. 50 € pro Stunde, entsprechen 60 Stunden bereits 3.000 € “Eigenleistungs-Kosten”. Rein rechnerisch kann also eine vermeintlich “kostenlose” DIY-Website das Äquivalent von mehreren Tausend Euro an intern gebundener Arbeitskraft verschlingen. Eine Summe, für die ein Profi bereits eine komplette Website liefern könnte. Tatsächlich zeigt ein Rechenbeispiel, dass im ersten Jahr die DIY-Option inklusive aller Nebenkosten (Tools, Hosting) und Zeitaufwand in Summe fast so teuer sein kann, wie ein Freelancer (weil die eigene Zeit ökonomisch betrachtet Geld wert ist).
Hinzu kommen laufende Aufwendungen: Eine selbstgepflegte Website erfordert kontinuierliche Wartung. Updates für CMS und Plugins, regelmäßige Sicherheitschecks, Backups und Performance-Optimierung können monatlich weitere 5–10 Stunden Aufwand bedeuten – zusätzlich zur normalen Inhaltsaktualisierung. Das sind z.B. nochmals 6–10 Stunden bzw. 300–500 € Opportunitätskosten pro Monat bei eigenem Einsatz.
Wird diese Pflege vernachlässigt, drohen technische Schulden: veraltete Software führt zu Sicherheitslücken, langsame Ladezeiten oder Kompatibilitätsprobleme, deren spätere Behebung teuer oder zeitintensiv ist. Unterm Strich ist der TCO der DIY-Variante deutlich höher als die niedrigen direkten Ausgaben vermuten lassen – oft addieren sich über 3 Jahre die versteckten Kosten (Zeit, Folgeschäden, ggf. nötiger Relaunch) zu mehreren zehntausend Euro in Arbeitszeitwert.
Qualitätsniveau, UX und Skalierbarkeit
Die Qualität einer selbst erstellten Website hängt stark von den Fähigkeiten des Unternehmers ab. Design und User Experience (UX) sind kritische Erfolgsfaktoren: Zwar gibt es zahlreiche Templates und Baukastenvorlagen, doch ohne Fachkenntnis läuft man Gefahr, eine Seite zu bauen, die unprofessionell wirkt. Laut Studien urteilen rund 75 % der Nutzer über die Glaubwürdigkeit eines Unternehmens anhand der Website-Gestaltung*. Ein laienhaftes Design kann potenzielle Kunden also abschrecken, bevor überhaupt ein Gespräch entsteht. Ebenso ist Usability entscheidend: Internetnutzer sind gnadenlos – 88 % kommen nicht wieder, wenn der erste Besuch frustrierend war. DIY-Seiten “von der Stange” (z.B. mit generischen Templates) vermitteln oft kein klares Markenprofil und können austauschbar wirken, was der Markenwirkung schadet.
Technische Qualität und Wartbarkeit sind weitere Stolpersteine: Wird die Seite ohne tiefes Web-Know-how gebaut, passieren leicht Fehler bei SEO-Grundlagen (z.B. fehlende Meta-Tags, schlechte URL-Strukturen) oder Performance-Optimierung. Ein häufiger DIY-Missstand ist mangelhafte Mobiloptimierung – obwohl über 60 % des Traffics mobil erfolgt, sind viele selbst gebaute Seiten nicht wirklich responsive und verlieren dadurch Nutzer. Insgesamt laufen DIY-Lösungen Gefahr, schlecht skalierbar zu sein: Kommt Wachstum (mehr Besucher, neue Anforderungen wie Shop-Integration), stoßen Laien-Lösungen oft an Grenzen, was dann einen kompletten Neuaufbau erforderlich macht.
Sichtbarkeit, SEO und Kundengewinnung
Bei Sichtbarkeit und Kundenakquise kann eine DIY-Website schnell zum Engpass werden. Zwar kostet sie wenig, doch „unsichtbar” im Web zu sein, ist teuer im übertragenen Sinne. Ohne profundes SEO-Wissen werden viele DIY-Seiten kaum gefunden – entweder fehlen relevante Inhalte oder technische SEO-Faktoren passen nicht. Fehler bei SEO-Implementierung können die Rankings dauerhaft beschädigen. Die Folge: Weniger organischer Traffic, man muss eventuell mehr in Werbung investieren, was den CAC in die Höhe treibt.
Auch die Conversion-Rate (der Anteil der Besucher, die zu Kunden oder Leads werden) leidet oft unter DIY-Seiten. Professionelle Websites konvertieren im Schnitt mit 2–3 % Besucher-zu-Kunde-Rate, während DIY-Seiten oft unter 0,5 % bleiben. In einem Beispiel mit 1.000 Besuchern im Monat bedeutet dies 20–30 Kunden statt nur 5 – eine schlechte DIY-Conversion kann also jedes Monat ~15–25 entgangene Kunden bedeuten. Über ein Jahr gerechnet summieren sich solche verlorenen Umsätze auf tausende Euro. Anders ausgedrückt: Eine schwache Website “verbrennt” Marketingbudget, weil teuer eingekaufte Klicks ins Leere laufen. So ein versteckter Opportunitätsverlust ist oft der größte Kostenblock – höher als jede gesparte Webdesign-Rechnung. Für das Marketing bedeutet eine schlechte Website zudem einen erhöhten CAC: Wenn von 100 Besuchern nur 1 statt 5 konvertiert, muss man fünfmal so viel für Traffic ausgeben, um die gleiche Anzahl Kunden zu gewinnen.
ROI und wirtschaftlicher Nutzen
Ob sich eine DIY-Website “lohnt”, hängt stark von der Bewertung der eigenen Arbeitszeit und der entgangenen Chancen ab. Rein finanziell mag der ROI einer selbstgemachten Seite positiv erscheinen, wenn man die eigene Zeit nicht bewertet. Hat man z.B. praktisch kein Budget, dafür aber Zeitüberschuss (etwa bei einem Gründer in der Ideenphase), kann DIY den Markteintritt ermöglichen. Allerdings sollte man nüchtern kalkulieren: In vielen Fällen ist der ROI einer professionell gemachten Website deutlich höher, selbst wenn sie Geld kostet – weil sie mehr Umsatzpotential hebt, als sie zusätzlich kostet. Beispiele zeigen, dass professionelle Designs die Conversion um 30 % und mehr steigern können, was den Umsatz spürbar erhöht. Im Umkehrschluss ist der “ROI” einer selbst gebastelten Seite negativ, wenn man dadurch viele mögliche Kunden verliert.
Für Solo-Selbstständige oder nebenberufliche Projekte mag DIY dennoch die einzig machbare Option sein, insbesondere um erste Web-Erfahrungen zu sammeln oder ein MVP online zu stellen. Wichtig ist jedoch, realistisch zu bleiben: Diese Lösung ist arbeitsintensiv und skaliert schlecht. Sobald das Geschäft Fahrt aufnimmt, werden die Limitierungen evident. Kurzfristig kann DIY helfen, langfristig kostet es oft mehr (an Zeit, entgangenem Umsatz und nötigen Nachbesserungen) als frühzeitig in Qualität zu investieren.
Geeignet ist DIY vor allem für sehr frühe Phasen (Ideenvalidierung, Hobbyprojekte) oder wenn Know-how inhouse vorhanden ist. Ein Entwickler als Gründer kann z.B. durchaus selbst schnell etwas Solides bauen. Für alle anderen gilt: sobald es das Budget zulässt, sollte man überlegen, die Website in professionellere Hände zu geben, um sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Die Opportunitätskosten der Unternehmer-Zeit übersteigen sonst schnell die Ersparnis bei den Erstellungskosten.
Wirtschaftliche Kurzbewertung:
🔴 Nur eingeschränkt sinnvoll
Geeignet, wenn:
-
sehr frühe Phase (Ideenvalidierung, MVP)
-
kaum Budget, dafür Zeitüberschuss
-
Website hat keine direkte Umsatzfunktion
-
technisches Know-how ist intern vorhanden
Nicht geeignet, wenn:
-
die Website Leads oder Umsatz generieren soll
-
Marketingbudget eingesetzt wird
-
Zeit des Unternehmers knapp ist
-
Professionalität kaufentscheidend ist
Typisches wirtschaftliches Risiko:
Hohe Opportunitätskosten (Zeit, entgangene Umsätze), schlechte Skalierbarkeit
Empfehlung:
Als Übergangslösung akzeptabel – als Dauerlösung wirtschaftlich meist ineffizient.
Option 2: Homepage-Baukasten (Website-Baukastensystem)
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Investitionskosten und laufende Kosten
Website-Baukästen haben ein klar kalkulierbares Preismodell: Meist zahlt man einen monatlichen Pauschalbetrag. Einfache Pakete für Geschäftswebsites liegen typischerweise bei ~10–30 € pro Monat. Darin sind häufig Hosting, eine Domain (zumindest im ersten Jahr) sowie vorgefertigte Design-Themes enthalten.
Die laufenden Kosten eines Baukastens sind somit überschaubar und von Beginn an bekannt. Zusätzliche Ausgaben können entstehen für Sonder-Templates oder Add-ons (manche Baukästen bieten Premium-Templates, Stockfotos oder Erweiterungen gegen Aufpreis). Auch E-Mail-Postfächer oder professionelle Mail-Dienste kosten oft extra. Insgesamt bleibt aber auch mit Extras die finanzielle Belastung (z. B. ~15 € Grundgebühr + ein paar Plugins) meist deutlich unter den Kosten externer Dienstleister.
Der große Vorteil ist hier: Man tauscht variable Entwicklungszeit-Kosten gegen fixe Abo-Kosten. Technische Infrastruktur, Updates, Security – all das erledigt der Anbieter im Hintergrund. Somit entstehen direkte Entwicklungskosten quasi keine, indirekte (Zeitaufwand) aber sehr wohl – dazu gleich.
Total Cost of Ownership & Opportunitätskosten
Beim TCO eines Baukastens darf man sich nicht von den niedrigen Monatsbeiträgen täuschen lassen. Natürlich sind z. B. ~150–300 € Jahresgebühr sehr günstig im Vergleich zu Agenturangeboten von mehreren Tausend Euro. Doch auch hier zählt: Ihre Zeit ist ein Kostenfaktor. Zwar sind Baukästen einfacher als eine rohe DIY-Lösung, trotzdem erfordert es substanziell Eigenarbeit, um eine wirklich ansprechende Website zu erstellen. Das Auswählen und Anpassen eines Templates, das Befüllen aller Seiten mit Texten und Bildern, die Feineinstellungen – all das kostet Zeit. Viele Unternehmer verbringen 20–40 Stunden oder mehr auch mit einem Baukasten, bis alles sitzt (etwas weniger als bei WordPress, aber immer noch signifikant).
Die Opportunitätskosten sind also geringer als bei komplett freier DIY-Entwicklung, aber immer noch vorhanden. Eine Beispielrechnung aus Unternehmer-Sicht: 30 Stunden Eigenaufwand bei angenommenen 50 €/h entsprechen 1.500 € an Zeitwert. Zusammen mit sagen wir 200 € Jahresgebühr sind das ~1.700 € “effektiv”. Diese Zahl verdeutlicht: Ein Baukasten spart gegenüber DIY vielleicht 20–30 Stunden, ist aber keineswegs kostenlos. Gerade die inhaltliche Arbeit (gute Texte schreiben, Bilder auswählen) bleibt komplett beim Unternehmer hängen und macht den Großteil des Aufwandes aus.
Zusätzlich sollte man den Wechselkosten-Effekt beachten: Baukästen bringen eine Form von Lock-in mit sich – man ist an die Plattform gebunden. Will man später auf ein anderes System (z. B. doch WordPress oder eine Agentur-Lösung) umsteigen, ist oft kein einfacher Export möglich. Die bestehende Site muss meistens neu aufgebaut werden, was Teil des TCO ist. Unternehmen, die klein anfangen und mit Baukasten starten, zahlen beim späteren Umstieg quasi doppelt (erst Baukasten, dann professionelle Umsetzung). Diese Folgekosten sollte man in die Langfristrechnung einbeziehen.
Qualitätsaspekte: Design, UX und Grenzen der Plattform
Homepage-Baukästen glänzen durch Einfachheit, doch diese Einfachheit bringt auch Einschränkungen. Positiv ist, dass moderne Baukasten-Themes durchaus ansprechendes Design out-of-the-box liefern. Man bekommt relativ schnell ein vorzeigbares Ergebnis, oft mit responsive Layout. Für eine Basis-Präsentation wirken solche Seiten meist ordentlich. Markenwirkung: Für sehr kleine oder neue Firmen kann ein gut gewähltes Template durchaus seriös wirken. Zumindest besser als gar keine Website. Allerdings sind es “Konfektionslösungen”: Ihr Webauftritt sieht möglicherweise anderen sehr ähnlich, was es schwierig macht, sich individuell abzuheben. Insbesondere Premium-Marken stoßen hier an Grenzen. Wer ein hochgradig maßgeschneidertes Markenerlebnis bieten will, kommt an Individualdesign nicht vorbei.
UX und Performance: Baukästen sind technisch optimiert, aber oft nicht perfekt. Viele fügen z. B. zusätzlichen Code für Editierbarkeit ein, was Seiten teils etwas schwerfälliger macht. Die Ladegeschwindigkeit kann darunter leiden. Bekannt ist, dass jede zusätzliche Sekunde Ladezeit Conversion kostet (bis zu −20 % pro Sekunde Verzögerung). Ein Baukasten-Nutzer hat begrenzte Möglichkeiten, solche technischen Feinheiten zu verbessern und man ist auf die Plattform-Optimierungen angewiesen. Einige Anbieter sind hier gut, andere weniger. Immerhin: Wichtige Basics (CDN, HTTPS, Caching) liefern die meisten Baukästen automatisch mit.
Die Wartbarkeit und Skalierbarkeit von Baukasten-Websites hat enge Grenzen. Neue Funktionen jenseits dessen, was der Baukasten bietet, sind schwer umzusetzen. Viele Plattformen erlauben keinen Zugriff auf den Code; man ist auf vorhandene Widgets beschränkt. Für ungewöhnliche Anforderungen (z. B. eine spezielle Schnittstelle, ein individuelles Buchungssystem) sind Baukästen meist nicht geeignet. Hier muss man entweder auf Standardfunktionen verzichten oder frühzeitig das System wechseln. Skalierung im Sinne von massiv steigendem Traffic verkraften große Anbieter zwar serverseitig, aber wenn Ihr Geschäftsmodell komplexer wird, kann der starre Rahmen hinderlich sein.
Sichtbarkeit und Marketingeffekt
Baukastensysteme bemühen sich, SEO-freundlich zu sein. In der Regel kann man Title-Tags, Meta-Descriptions und URLs bearbeiten. Für lokale Kleinunternehmen oder einfache Suchbegriffe kann das ausreichen, um gefunden zu werden. Dennoch gilt: Fortgeschrittenes SEO (z. B. strukturelle Optimierungen, Schema Markups, individuelle 301-Redirects bei Relaunch, etc.) stößt oft an Grenzen. Außerdem fehlen Baukasten-Seiten oft inhaltliche Tiefe (viele bleiben bei wenigen Seiten ohne Blog), was die organische Sichtbarkeit limitiert.
Für Online-Marketing-Kampagnen (AdWords, Social Media) sind Baukästen durchaus geeignet, solange die Landingpages schnell laden und conversion-optimiert gestaltet sind. Hier kommt es wiederum auf die Fähigkeiten des Erstellers an: Conversion-Optimierung ist kein Selbstläufer. Platzierung von Call-to-Action-Buttons, Nutzerführung, Vertrauenselemente (Referenzen, Siegel) – all das muss der Unternehmer selbst bedenken, da Baukästen zwar das Werkzeug liefern, aber keine strategische Beratung.
Studien zeigen, dass professionell gestaltete Seiten mit klarem Conversion-Fokus deutlich bessere Erfolgsquoten erzielen. So hat z. B. Google in einer Untersuchung festgestellt, dass 85 % der Nutzer eher interagieren (Kontakt, Kauf) wenn die mobile UX überzeugt, und fast 90 % wechseln sofort zur Konkurrenz, wenn sie schlechte Erfahrung machen. Ein lieblos selbst zusammengeklickter Auftritt kann hier also viel Potential liegen lassen, was sich in höherem CAC (mehr Werbekosten pro gewonnener Kunde) oder geringerem Umsatz äußert.
ROI-Betrachtung und Eignung nach Unternehmensphase
In Sachen ROI bietet der Homepage-Baukasten einen schnellen, günstigen Einstieg. Für ein MVP (Minimum Viable Product) oder die frühe Phase eines Unternehmens ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis zunächst oft positiv: Mit minimalem Geldeinsatz überhaupt online sichtbar zu sein und erste Kundeninfos liefern zu können, bringt einen gewissen Nutzen (Reichweite, Glaubwürdigkeit, „Googlebarkeit”). Der ROI relativ zur investierten Summe kann hoch wirken, weil man kaum Geld investiert.
Aber Achtung: Der absolute Nutzen ist durch die begrenzte Leistungsfähigkeit der Website oft ebenfalls klein. Mit anderen Worten: Eine Baukasten-Website mag billig sein, aber sie bringt dem Unternehmen möglicherweise auch nur begrenzt Kunden und Umsatz.
Der ROI eines Baukastens tendiert dazu, mit zunehmendem Geschäftsvolumen zu sinken. Ab einem gewissen Punkt wird die einfache Seite zum Hemmschuh. Wenn Ihr Unternehmen wächst, steigt der verpasste Nutzen einer nicht-optimierten Website: Jeder zusätzliche Prozentpunkt Conversion-Rate oder jedes bessere Ranking könnte jetzt spürbar mehr Umsatz bedeuten. Die Differenz zwischen einer Baukasten-Lösung und einer Profi-Seite kann dann schnell hunderte oder tausende Euro Umsatz pro Monat ausmachen (die Ihnen entgehen).
Im reiferen Stadium überwiegen daher oft die Nachteile: Eine günstige Website, die Kunden kostet, wird teuer. Beispielsweise konnte Walmart messen, dass pro Sekunde schnellerer Ladezeit 2 % mehr Conversion erzielt wurden. Das zeigt, welche Revenue-Uplifts durch Performance-Optimierung möglich sind. Solche Optimierungen sind Teil professioneller Seiten, aber im Baukasten oft schwer umzusetzen.
Zusammengefasst: Ein Homepage-Baukasten lohnt sich anfangs, um schnell und günstig live zu gehen. Für Ein-Personen-Unternehmen, Side-Projects oder lokale Betriebe mit minimalen Online-Ansprüchen kann diese Lösung dauerhaft ausreichend sein. Sobald jedoch Wachstum, starker Wettbewerb oder höhere Ansprüche ins Spiel kommen, stoßen Baukastenseiten an Grenzen. Dann sollte der erwirtschaftete Umsatz idealerweise in einen Upgrade der Website investiert werden.
Viele Experten raten: “So früh wie nötig, so spät wie möglich” – also nicht zu früh Geld verbrennen, aber den Wechsel nicht verschleppen, wenn die Website klar zum Bottleneck wird. Andernfalls bezahlt man die vermeintliche Ersparnis durch entgangene Marktchancen und höheren Aufwand beim späteren Wechsel (Stichwort: Re-Platforming).
Wirtschaftliche Kurzbewertung:
🟡 Begrenzt sinnvoll
Geeignet, wenn:
-
kleines, stabiles Geschäftsmodell
-
Website dient primär als digitale Visitenkarte
-
kaum Wettbewerb oder geringe Online-Abhängigkeit
-
klare Kostenplanung wichtig ist
Nicht geeignet, wenn:
-
Wachstum geplant ist
-
Online-Marketing aktiv betrieben wird
-
Differenzierung wichtig ist
-
ein späterer Systemwechsel wahrscheinlich ist
Typisches wirtschaftliches Risiko:
Lock-in-Effekte, doppelte Kosten bei späterem Wechsel
Empfehlung:
Günstiger Einstieg mit begrenztem Hebel – wirtschaftlich nur tragfähig bei klar begrenzten Anforderungen.
Option 3: Freelancer (selbstständiger Webdesigner/-entwickler)
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Investitionskosten und Preismodelle
Die Kosten bei Freelancern variieren stark. Typischerweise gibt es zwei Abrechnungsmodelle: Pauschalpreise pro Projekt oder Stundensätze. In Deutschland/Europa liegen Web-Freelancer-Stundensätze etwa zwischen 50 und 100 €, je nach Erfahrung und Spezialisierung. Projektpauschalen für einfache Firmen-Websites (ohne Shop) bewegen sich oft im Bereich 1.000 bis 3.000 € bei Freelancern, während komplexere individuelle Seiten (mit speziellen Funktionen oder umfangreichem Design) auch 5.000 € und mehr kosten können. Im Vergleich dazu liegen Agenturen eher bei ab 3.000 € aufwärts selbst für einfache Projekte. Freelancer sind also in der Regel günstiger als Agenturen bei ähnlichem Umfang, was u. a. an geringeren Fixkosten und Overhead liegt.
Allerdings muss man bei Angeboten genau hinschauen, was inkludiert ist. Oft deckt ein Freelancer-Angebot primär das technische Erstellen der Seiten ab. Zusatzleistungen wie Logo-Entwicklung, professionelle Texte, hochwertige Fotos sind entweder vom Auftraggeber zu stellen oder können gegen Aufpreis vom Freelancer organisiert werden. So kommen z. B. schnell nochmal 500–2.000 € für Inhaltserstellung hinzu, falls man selbst keine guten Texte/Bilder hat. Auch spezielle Funktionen (z. B. Mehrsprachigkeit, Buchungssystem) lassen den Preis steigen (30–50 % Aufschlag für individuell programmierte Features sind nicht unüblich).
Wartungskosten nach Livegang sind bei Freelancern Verhandlungssache: Einige bieten optionale Service-Verträge (z. B. für Updates, kleinere Änderungen) zu monatlichen Pauschalen von vielleicht 50–200 € an. Andere stehen auf Abruf bereit und fakturieren nach Aufwand. Hier sollte man also einkalkulieren, dass nach dem Launch weiterhin Budget für Updates bereitsteht. Entweder in Form von Stundenkontingenten oder einzeln abgerechneten Tasks.
TCO und indirekte Aufwände (Projektmanagement)
Der Total Cost of Ownership einer Freelancer-Website setzt sich aus dem Initialinvestment + laufendem Pflegeaufwand + eventuellen Neuprojekten zusammen. Angenommen, die Erst-Erstellung kostet 3.000 €. Dazu kommt evtl. ein jährlicher Wartungsaufwand (Updates, kleine Verbesserungen) – seien es 5 Stunden im Quartal á 60 €, also ~300 € pro Jahr. Über 3 Jahre wären das ~900 € zusätzlich, plus evtl. nach 3–4 Jahren ein Refresh für einige Tausend Euro. Insgesamt liegt der TCO über beispielsweise 3 Jahre in einer Größenordnung, die durchaus mit einer Agenturlösung konkurrenzfähig sein kann – der Unterschied ist nicht dramatisch, wenn man Folgeaufwände berücksichtigt.
Ein oft unterschätzter Aspekt sind die Opportunitätskosten in Form von eigenem Projektmanagement. Während bei einer Agentur viel Koordination intern passiert, muss man beim Freelancer als Auftraggeber stärker selbst steuern. Briefing schreiben, Abstimmungsmeetings, Feedbackrunden, Inhalte zuliefern – all das kostet Zeit. In einem Beispiel summiert sich die Kunden-Mitwirkungszeit bei einem Freelancerprojekt auf 30–50 Stunden (Briefing ~5h, Designreviews ~5-10h, Feedbackschleifen ~5-10h, Inhalte sammeln/erstellen ~10-15h, Testing ~5h). Bewertet man auch diese Zeit, kommen schnell 1.500–2.500 € Opportunitätskosten zusammen. Zwar ist dieser Aufwand auch bei einer Agentur nötig, aber dort meist etwas geringer (Agenturen führen intensivere Workshops am Anfang durch und nehmen einem mehr Arbeit ab).
Risiken beeinflussen den TCO ebenfalls: Wenn ein Freelancer z. B. nach einiger Zeit nicht mehr verfügbar ist (Job gewechselt, keine Kapazität, etc.), kann späterer Support teuer werden, weil ein neuer Dienstleister sich erst einarbeiten muss. Auch Nachbesserungen aufgrund unklarer Absprachen oder Missverständnisse können Zusatzkosten erzeugen (sogenannte Change Requests). Als Puffer kalkulieren manche daher einen Risikoaufschlag ein.
Qualität der Lösung: von Top-Resultat bis Glücksspiel
Freelancer-Leistungen können qualitativ exzellent sein – oder enttäuschend, je nachdem wen man engagiert. Es gibt hochprofessionelle freie Webdesigner, die Agentur-Niveau liefern. Aber es gibt auch solche, die nur in einem Gebiet stark sind (etwa Programmierung) und bei Design oder UX Schwächen haben. Ein großes Thema ist die Allrounder-Fähigkeit: Eine Website erfordert Technikwissen und gestalterisches Talent und Verständnis für Marketing/SEO. Nur wenige Einzelpersonen decken all diese Felder gleichermaßen ab. So kann es passieren, dass man zwar einen schönen Look bekommt, aber die Seite technisch langsam ist, oder umgekehrt eine saubere Codierung, aber das Design wirkt generisch.
Wenn man den richtigen Freelancer wählt, kann das Ergebnis nahezu so gut wie von einer Agentur sein, insbesondere für kleinere Projekte. Man hat oft direkten Kontakt zum Macher, kann agil Änderungen besprechen – diese Flexibilität und persönliche Betreuung sind Pluspunkte. Gute Freelancer gehen auf individuelle Wünsche ein und können eine Marke ebenfalls verstehen und inszenieren. Allerdings fehlt einem Einzelkämpfer manchmal die strategische Tiefe: Agenturen durchlaufen Discovery-Workshops, Marktanalysen etc. Ein Freelancer mit begrenztem Budget wird meist einfach umsetzen, was der Kunde vorgibt. Impulsgeber-Funktion (z. B. “eigentlich bräuchten Sie einen stärkeren Call-to-Action hier”) ist nicht immer gegeben, es sei denn, man erwischt jemanden mit Consulting-Mindset.
In Sachen UX-Detail und Skalierbarkeit schneiden Freelancer-Lösungen gemischt ab. Gute Freelancer verwenden bewährte CMS (z. B. WordPress) und achten auf Responsive Design, damit sind die Basics erfüllt. Hochwertige Profis testen auch Performance und Barrierefreiheit. Doch in der Breite muss der Kunde oft selbst für fortlaufende Optimierung sorgen (z. B. UX-Testing oder Conversion-Optimierung macht ein Freelancer selten proaktiv ohne Auftrag). Skalierbarkeit hängt von der gewählten Technik ab: Ein Freelancer kann z. B. eine solide WordPress-Site bauen, die man später erweitern kann oder er bastelt etwas Eigenes, was dann schwer wartbar ist. Hier hilft es, auf gängige Standards zu bestehen, damit man im Zweifel später andere Entwickler findet, die übernehmen können.
Zusammenfassend: Qualitativ kann ein Freelancer eine deutlich professionellere Website als DIY/Baukasten liefern, doch das Niveau variiert je nach Person. Man erkauft sich Professionalität zu moderatem Preis, muss aber selbst genug involviert bleiben, um das Projekt in die gewünschte Richtung zu lenken.
Auswirkungen auf Sichtbarkeit und Kundengewinnung
Eine von einem fähigen Freelancer erstellte Website dürfte in allen wichtigen Kriterien besser abschneiden als eine Laien-Lösung: Besseres Design steigert das Vertrauen der Besucher (und damit indirekt die Conversion) – man erinnere sich: 75 % beurteilen die Firmen-Credibility am Webdesign. Außerdem wird ein Profi grundsätzliche SEO-Aspekte berücksichtigen (saubere Seitentitel, responsive Layout, Ladezeiten). Viele Freelancer haben zumindest Basis-Kenntnisse in Onpage-SEO und achten z. B. darauf, keine schweren Schnitzer wie fehlende Mobiloptimierung zuzulassen. Das bedeutet, Ihre Seite wird auffindbarer und nutzerfreundlicher, was sich direkt in besserer Lead-Generierung niederschlägt.
Zahlenbeispiele aus der Praxis unterstreichen das: Laut einer Analyse konvertieren professionell erstellte Websites typischerweise 3–5× so gut wie DIY-Seiten. Selbst konservativ betrachtet kann eine gut gemachte Seite 30 % mehr Conversion bringen. Wenn Sie etwa vorher 50 Leads/Monat über die Website bekamen, könnten es mit optimiertem Design 65 werden bei gleichen Marketingkosten. Das senkt Ihren CAC beträchtlich, weil jeder investierte Werbe-Euro mehr Ertrag bringt. Zudem legen Freelancer oft den Grundstein für besseres Content Marketing (z. B. Integration eines Blogs oder SEO-Plugins), was Ihre organische Sichtbarkeit steigern kann.
Kurz: Mit professioneller Hilfe arbeitet Ihre Website für Sie, während eine schwache Seite eher eine Online-Visitenkarte ohne nennenswerten Beitrag zur Kundengewinnung bleibt.
Natürlich ist ein Freelancer kein Wundermittel: Traffic müssen Sie weiterhin aktiv generieren (durch Marketing, SEO-Content etc.). Aber wenn der Traffic kommt, wird er von einer professionelleren Präsenz effizienter in zahlende Kunden umgewandelt.
ROI und strategische Einordnung
In vielen Fällen bietet der Freelancer-Weg ein sehr gutes ROI-Profil für kleine und mittlere Unternehmen. Die Initialinvestition ist moderat, und die Rendite zeigt sich in Form von höherem Umsatzpotenzial ziemlich direkt.
Beispielrechnung: Eine Firma investiert 5.000 € in einen Relaunch via Freelancer. Durch verbessertes SEO und Conversion-Optimierung steigert sich der Monatsumsatz um 1.000 € – dann hat sich die Investition in 5 Monaten amortisiert, der ROI nach einem Jahr läge schon bei +140 %. Fälle aus Studien dokumentieren ROI-Steigerungen von mehreren hundert Prozent nach Website-Optimierungen. Professionalisiert man etwa die Conversion-Rate von 1 % auf 3 %, ergibt das bei konstantem Traffic dreifachen Umsatz. Selbst wenn man den Traffic nicht erhöht, sorgt allein die bessere Website-Performance oft für 200–300 % mehr Leads/Verkäufe, was sich klar in ROI niederschlägt.
Wann ist ein Freelancer die richtige Wahl? Vor allem in der Wachstumsphase, wenn man bereits ein funktionierendes Geschäftsmodell hat und die Website nun gezielt als Umsatztreiber einsetzen will, aber (noch) kein Budget für eine große Agentur da ist. Für viele kleine Unternehmen ist die Freelancer-Lösung der beste Kompromiss: Man erhält eine maßgeschneiderte Lösung und persönliches Engagement, ohne die hohen Kostenstrukturen einer Agentur tragen zu müssen. Auch Startups in der Skalierungsphase (nach MVP) können profitieren, um schnell auf ein professionelleres Niveau zu kommen.
Nicht ideal ist dieser Weg, wenn sehr umfangreiche oder komplexe Anforderungen bestehen. Hier stößt ein Einzelkämpfer irgendwann an Kapazitätsgrenzen. Ebenfalls riskant kann es sein, wenn man keinerlei Zeit für Steuerung aufbringen kann: Ein völlig hands-off Ansatz funktioniert bei Freelancern weniger, man muss als Auftraggeber aktiv mitarbeiten (oder zumindest klar kommunizieren). Für Firmen, die digitale Strategie und kontinuierliche Betreuung suchen, ist mittel- bis langfristig ein Wechsel zur Agentur oder der Aufbau interner Ressourcen sinnvoll. Kurzfristig jedoch bieten Freelancer ein hohes Preis-Leistungs-Verhältnis und können besonders bei begrenztem Budget den größten “Bang for the buck” liefern.
Wirtschaftliche Kurzbewertung:
🟢 Für viele KMU die wirtschaftlich beste Lösung
Geeignet, wenn:
-
Website aktiv zur Kundengewinnung beitragen soll
-
Budget vorhanden, aber begrenzt ist
-
individuelle Anforderungen bestehen
-
Mitwirkung im Projekt möglich ist
Nicht geeignet, wenn:
-
keinerlei Zeit für Abstimmung vorhanden ist
-
sehr komplexe oder stark skalierende Systeme nötig sind
-
langfristige Rundumbetreuung erwartet wird
Typisches wirtschaftliches Risiko:
Qualitätsstreuung je nach Freelancer, Abhängigkeit von Einzelperson
Empfehlung:
Hoher Nutzen bei moderatem Budget – wirtschaftlich oft der beste Einstieg in Professionalität.
Option 4: Agentur (professionelle Webagentur)
Direkt zur Wirtschaftliche Kurzbewertung
Investitionskosten und laufende Posten
Agenturen sind in der Regel die kostenintensivste Option, was vor allem auf den Umfang der Leistungen und die internen Fixkosten zurückzuführen ist. Für eine klassische Firmenwebsite ohne besondere Extras liegen Angebote – abhängig von Agenturgröße und Standort – häufig zwischen 3.000 und 10.000 €. Viele Projekte im KMU-Umfeld bewegen sich realistisch im Bereich von 5.000 bis 15.000 €.
Für E-Commerce-Projekte oder individuelle Webanwendungen sind Budgets von 20.000 bis 50.000 € keine Seltenheit.
Diese Kosten entstehen, weil Agenturen typischerweise ein arbeitsteiliges Setup einsetzen: Konzeption, Design, Entwicklung, Qualitätssicherung und Projektmanagement werden von unterschiedlichen Spezialisten übernommen. Zusätzlich fließen strategische Leistungen wie Workshops, Wireframes oder User-Journey-Analysen in das Projekt ein. Diese Leistungen erhöhen die Qualität und Konsistenz des Ergebnisses, sind aber immer auch Teil der Kostenstruktur.
Nach dem Launch bieten viele Agenturen Service- und Wartungsverträge an (z. B. 50–200 € monatlich, je nach Umfang). Diese decken Hosting, Updates, Sicherheit oder kleinere Anpassungen ab. Solche laufenden Kosten sind sinnvoll, sollten jedoch bewusst eingeplant werden. Eine Agentur-Website ist keine einmalige Investition, sondern Teil einer längerfristigen Zusammenarbeit.
Über mehrere Jahre betrachtet relativiert sich der hohe Einstiegspreis teilweise, da viele Optimierungen und Folgeleistungen bereits eingeplant oder strukturiert umgesetzt werden. Gleichzeitig bleibt festzuhalten: Eine Agentur erfordert eine spürbare Anfangsinvestition, die wirtschaftlich nur sinnvoll ist, wenn die Website tatsächlich einen messbaren Beitrag zum Geschäftserfolg leisten kann.
Qualität, UX und strategischer Mehrwert
Der zentrale Vorteil einer Agentur liegt in der konsequenten Qualitätssicherung über alle Disziplinen hinweg. Design, Nutzerführung, Technik und Sichtbarkeit werden nicht isoliert betrachtet, sondern aufeinander abgestimmt. Das Ergebnis ist in der Regel ein konsistentes digitales Erscheinungsbild, das Vertrauen schafft und die Marke klar positioniert.
Ein wesentlicher Mehrwert ist die strategische Vorarbeit. Viele Agenturen beginnen mit einer Analyse von Geschäftsmodell, Zielgruppen und Wettbewerb. Diese Erkenntnisse fließen in Struktur, Inhalte und Priorisierung der Website ein. Gerade bei Repositionierungen, Markteintritten oder erklärungsbedürftigen Leistungen kann diese strategische Perspektive sinnvoll sein.
Gleichzeitig gilt: Diese strategische Tiefe ist nicht in jedem Szenario erforderlich. Für Unternehmen mit klar definiertem Angebot und stabiler Positionierung kann der strategische Overhead einer Agentur auch mehr Aufwand als Nutzen erzeugen – insbesondere, wenn interne Ressourcen für Abstimmung begrenzt sind.
UX- und Designqualität sind bei Agenturen meist hoch. Nutzerführung wird gezielt geplant, getestet und optimiert. Das kann zu besseren Kennzahlen wie geringeren Absprungraten oder längeren Verweildauern führen. Allerdings handelt es sich hierbei um durchschnittliche Erfahrungswerte, keine Garantien. Die Qualität hängt stark von der jeweiligen Agentur und dem konkreten Projektumfang ab.
Technisch setzen Agenturen in der Regel auf etablierte Standards, dokumentierte Strukturen und saubere Übergaben. Performance-Optimierung und Sicherheit sind meist Teil des Leistungsumfangs. Auch hier gilt jedoch: Der technische Mehrwert entfaltet sich nur dann wirtschaftlich, wenn er tatsächlich genutzt wird – etwa durch ausreichenden Traffic oder aktive Vermarktung.
Einfluss auf Sichtbarkeit, Marketing und Kundengewinnung
Agentur-Websites sind häufig so konzipiert, dass sie als zentrale Marketing-Plattform fungieren können. SEO-Grundlagen, Conversion-Tracking und Landingpage-Logiken werden oft bereits beim Aufbau berücksichtigt. Das verbessert die Effizienz späterer Marketingmaßnahmen, insbesondere bei bezahltem Traffic.
Eine professionell umgesetzte Website kann dazu beitragen, die Customer Acquisition Cost (CAC) zu senken, da Besucher besser geführt und häufiger konvertiert werden. Gleichzeitig gilt: Ohne ausreichenden Traffic bleibt dieser Effekt begrenzt. Eine Agentur kann die Voraussetzungen schaffen, ersetzt aber keine laufenden Marketingmaßnahmen.
Viele ROI-Beispiele aus Agenturprojekten basieren auf Szenarien mit:
- relevantem Traffic
- klarer Angebotsstruktur
- aktiver Vermarktung
In Unternehmen, in denen diese Voraussetzungen fehlen, bleibt der wirtschaftliche Effekt oft deutlich geringer. Eine hochwertige Website allein erzeugt keinen Umsatz – sie verstärkt vorhandene Markt- und Marketingaktivitäten, ersetzt sie aber nicht.
ROI-Betrachtung und geeignete Unternehmensphase
Agenturen bieten kein kurzfristiges Sparpotenzial, sondern einen potenziellen langfristigen Hebel. Der ROI entsteht meist zeitverzögert und hängt stark vom Reifegrad des Unternehmens ab. In frühen Phasen mit geringem Traffic oder unklarem Geschäftsmodell ist der wirtschaftliche Nutzen oft begrenzt.
Wirtschaftlich sinnvoll ist eine Agentur-Lösung vor allem dann, wenn:
- die Website ein zentraler Vertriebs- oder Marketingkanal ist
- ausreichend Besucher vorhanden sind oder gezielt aufgebaut werden
- Positionierung, Vertrauen oder Wettbewerb eine große Rolle spielen
- Budget und interne Abstimmungsfähigkeit gegeben sind
Wirtschaftlich nicht sinnvoll ist eine Agentur-Website, wenn:
- die Website kaum zur Kundengewinnung beiträgt
- noch kein stabiler Markt oder Traffic existiert
- operative Engpässe wichtiger sind als Markenwirkung
- das Budget die Organisation unter Druck setzt
Für viele KMU ist daher ein stufenweises Vorgehen sinnvoll:
Zunächst eine solide, professionelle Basis (z. B. über Freelancer), später – bei wachsendem Bedarf – der gezielte Einsatz einer Agentur für strategische Weiterentwicklung oder Relaunch.
Wirtschaftliche Kurzbewertung:
🟡🟢 Sinnvoll bei klarer Umsatz- oder Wachstumsrelevanz
Geeignet, wenn:
-
Website zentraler Vertriebs- oder Marketingkanal ist
-
ausreichend Traffic vorhanden ist oder geplant wird
-
Positionierung, Marke oder Wettbewerb entscheidend sind
-
Budget und interne Abstimmungskapazität vorhanden sind
Nicht geeignet, wenn:
-
Website nur repräsentativ genutzt wird
-
Geschäftsmodell oder Markt noch nicht validiert ist
-
Traffic sehr gering ist
-
Investition operative Engpässe verschärft
Typisches wirtschaftliches Risiko:
Hoher Kapitaleinsatz ohne entsprechenden Hebel
Empfehlung:
Kein Standard für KMU – wirtschaftlich sinnvoll nur, wenn die Website ein echter Umsatztreiber ist.
Wirtschaftliche Wirkung der Website-Qualität: CAC, CLV & Co.
Abschließend lohnt ein Blick auf die strategischen Kennzahlen Customer Acquisition Cost (CAC) und Customer Lifetime Value (CLV) im Kontext der Website. Eine hochwertige Website beeinflusst beide Größen positiv:
CAC: Wie viel kostet es, einen Kunden zu gewinnen?
Hier spielt die Website indirekt eine große Rolle. Sinkende CAC durch bessere Conversion – alle Marketingausgaben (SEO, Ads, Social Media) erzielen mehr Effekt, wenn die Website die Besucher auffängt und konvertiert. Beispiel: Ein Unternehmen gibt 1.000 € für Google Ads aus und gewinnt daraus 10 Kunden = CAC 100 €. Verdoppelt sich durch eine neue Website die Conversion-Rate aus diesen Klicks, könnten daraus 20 Kunden werden = CAC 50 €. Die Websitequalität halbiert in diesem Szenario die Akquisitionskosten! Umgekehrt erhöht eine schlechte Seite die CAC, weil man mehr Traffic einkaufen muss, um die gleiche Anzahl Kunden zu erhalten. Zudem ermöglicht eine gute Website mehr organische Leads (SEO, Empfehlungen), was den durchschnittlichen CAC stark senken kann, da organischer Traffic per se günstiger ist als Paid Traffic. Eine zögerliche, langsame Website hingegen „verpufft” Marketingbudget – Nutzer springen ab, bevor sie konvertieren. Daher ist Website-Qualität ein Hebel zur Senkung des CAC.
CLV: Wie viel Ertrag bringt ein Kunde über die gesamte Beziehungsdauer?
Auch hier wirkt die Website-Qualität subtil mit. Eine exzellente User Experience fördert Kundenzufriedenheit und -loyalität, was wiederum Wiederkäufe und Bindung erhöht. Studien (u. a. McKinsey) zeigen, dass Verbesserung der UX die Kundenbindung um bis zu 30 % steigern kann – zufriedene Nutzer kommen eher zurück und bleiben länger treu. Gerade im E-Commerce sehen wir das: Ein angenehmes Einkaufserlebnis (intuitive Navigation, schnelle Ladezeit, guter Support-Bereich) erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde erneut bestellt, was seinen CLV steigert. Auch nachgelagerte Services (Kundenportal, Self-Service-Website für Bestandskunden) können den CLV positiv beeinflussen, indem sie Upselling ermöglichen oder Churn reduzieren. Eine positive Online-Markenwahrnehmung (geformt durch eine qualitativ hochwertige Website) verbessert zudem die Empfehlungsrate, was zwar nicht direkt CLV, aber den Customer Referral Value erhöht – bestehende Kunden bringen neue mit. Zusammengefasst: Eine professionelle Website stärkt das Vertrauen und die Beziehung, was letztlich den Lebenswert eines Kunden erhöht.
Darüber hinaus gestatten gute Websites oft, höhere Preise bzw. Margen durchzusetzen, da wie erwähnt die Markenwahrnehmung verbessert wird. Wenn Kunden die Website als Indikator für Professionalität sehen, sind sie seltener preissensibel – das kann langfristig die Profitabilität pro Kunde steigern (was man ebenfalls als CLV-Verbesserung interpretieren kann).
Fazit: Den richtigen Weg je nach Unternehmensphase wählen
Eine patentierte Universallösung gibt es nicht. Jede Option hat ihre Berechtigung, aber auch ihren Preis (sei es Geld oder Zeit). Aus betriebswirtschaftlicher Sicht lässt sich jedoch eine klare Tendenz ableiten: Je größer das Unternehmen und je reifer das Geschäftsmodell, desto eher lohnt die Investition in Professionalität.
- In der Gründungs- oder MVP-Phase mit minimalen Mitteln kann es sinnvoll sein, zunächst mit DIY oder einem Baukasten online zu gehen, um Präsenz zu zeigen und Ideen zu testen. Micro-Businesses (<5 Mitarbeiter) unter ~100k € Jahresumsatz “können erstmal DIY starten”, rät eine Analyse – aber sollten bei ersten Wachstumssignalen schnell upgraden, da die Zeit des Gründers wertvoller wird als die Ersparnis.
- In der Wachstumsphase (KMU mit soliden Umsätzen) ist der Schritt zum Freelancer oder einer kleineren Agentur oft der richtige. Hier steht Kostenbewusstsein und Flexibilität noch im Vordergrund, aber man weiß, dass Professionalität direkt auf Umsatz durchschlägt. Eine Umfrage ergab, dass 73 % der Unternehmen gezielt in Design investieren, um sich vom Wettbewerb abzuheben. In dieser Phase entscheidet sich, wer Marktanteile gewinnt. Ein guter Freelancer kann das Fundament legen; eine Agentur kann ggf. später übernehmen, wenn es ans große Skalieren geht.
- In der Reife- und Expansionsphase (Umsätze >1 Mio., Team >20 oder internationale Ambitionen) führt kaum ein Weg an einer Agenturpartnerschaft vorbei. Die Anforderungen (mehrsprachige Sites, Integrationen, fortlaufende Optimierung) erfordern ein Team. Zudem rechtfertigen die Erträge den Invest: Professionelle Websites werden hier zum echten Wettbewerbsvorteil und Wachstumsmotor. Wie Ciaran Connolly (Agentur-Gründer) sagt: “Man investiert in einen digitalen Wachstumspartner, der das Geschäft versteht und aktiv zum Erfolg beiträgt.”. In dieser Liga geht es nicht mehr um Sparen, sondern um gezielte Investition für nachhaltige Vorteile.
Über all dem steht eine klare Erkenntnis: Die Website ist kein Cost-Center, sondern ein Performance-Treiber. Jeder Unternehmer sollte fragen: Was kostet es mich, wenn meine Website nicht exzellent ist? Die analoge Antwort im Digitalzeitalter: eine langsame, unprofessionelle Seite kostet Umsatz, Reichweite und Vertrauen – oft unbemerkt, aber messbar. In Zeiten steigenden Wettbewerbs und immer teurerer Kundenakquise (CAC) kann sich eigentlich niemand eine schwache Web-Präsenz leisten, ohne Marktanteile zu riskieren.
Kurz gesagt: Investieren Sie in Ihre Website, sobald es Ihr Geschäft zulässt. Rechnen Sie nicht nur mit dem Geld, das Sie ausgeben, sondern mit dem Geld, das Sie verdienen (oder verlieren) aufgrund Ihrer Website. Dieser Leitfaden hat gezeigt, dass billige Lösungen teuer werden können, während strategische Investitionen sich vielfach auszahlen. Nutzen Sie diese Erkenntnisse, um den für Ihre Situation besten Weg zu wählen und denken Sie daran, dass die Entscheidung nicht in Stein gemeißelt ist: Planen Sie vorausschauend (heute Baukasten, morgen Freelancer, übermorgen Agentur, je nach Bedarf), um jederzeit das Optimum aus Ihrer Online-Präsenz herauszuholen. Ihr Unternehmenserfolg im digitalen Raum hängt maßgeblich von dieser Weichenstellung ab. Treffen Sie sie bewusst und fundiert.
Für Unternehmen aus dem KMU-Bereich, die sich nach dieser Einordnung bewusst für eine professionelle Umsetzung entscheiden, bieten wir eine strukturierte und wirtschaftlich tragfähige Umsetzung an.
Quellen:
Die Analyse stützt sich auf aktuelle Studien, Fachartikel und Erfahrungsberichte, u. a. zu Kostenvergleichen, ROI-Effekten, UX-Studien (z. B. Nielsen Norman, McKinsey) sowie Praxisdaten etwa zur Ladezeit-Conversion-Problematik.
https://profiletree.com/website-cost/
https://www.jamiesdesign.com/website-design-and-marketing-blog/roi-of-professional-web-design
https://finkbrot.at/blog/schnelle-website
https://www.user-mind.de/user-experience-darum-ist-eine-benutzerfreundliche-website-entscheidend-fuer-deinen-unternehmenserfolg-teil-1/
https://www.webalive.com.au/web-design-statistics/